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10 Gründe, warum sich ein Umstieg auf Linux lohnt

Hinweis: Dieser Post bezieht sich auf Ubuntu bzw. auf die grafische Oberfläche GNOME, bei Kubuntu/KDE und anderen Distributionen mögen sich einige Dinge unterscheiden.

Bei vielen, die zum ersten Mal eine Linux-Live CD einlegen oder Linux nutzen macht sich im ersten Moment Ernüchterung breit. Das Booten dauert etwas länger als man es von Windows gewohnt ist und der Desktop sieht im ersten Moment nach nichts aus. Schmales Panel, keine besonderen grafischen Besonderheiten, es entsteht erstmal keine Euphorie. Die Vorteile befinden sich allerdings im Detail und bei Dingen, die man wahrscheinlich gar nicht erst erwartet. Ein paar möchte ich an dieser Stelle aufführen, um den einen oder anderen vielleicht dazu zu bewegen, sich das alternative Betriebssystem einmal näher anzuschauen.

  1. Die ISO-Datei lässt sich einfach, kostenlos und schnell von der jeweiligen Distributions-Homepage herunterladen. Bei Distributionen wie Ubuntu gibt es alle 6 Monate eine neue Version, sodass man sicher sein kann, eine recht aktuelle Version zu erwischen. Windows XP ist dagegen von 2001, Vista ist zu diesem Zeitpunkt auch schon über 1 Jahr alt.
    Die meisten Distributions-CDs sind zudem auch gleich als Live-CD nutzbar, sodass man sich schonmal über die Hardware-Unterstützung und den Features informieren kann. Es ist keine nervige Aktivierung und auch kein CD-Key notwendig.
    Das Internet funktioniert in den meisten Fällen schon in der Live CD-Oberfläche und da Firefox, Pidgin (Messenger), Evolution (PIM), OpenOffice.org und Co. schon installiert sind, lässt es sich während der Installation schon bequem surfen, chatten oder emailen.
  2. Bei Hardware, welche von Linux gut unterstützt wird, kann man sicher sein, dass nach der Installation die Treiber-Installation und -konfiguration komplett wegfällt und man sich anschließend direkt den wichtigen Dingen zuwenden kann. Als Hersteller sind hier z.B. HP (Drucker, Multifunktionsgeräte), Lenovo (Thinkpads), Hauppauge (TV-Karten) und Intel (WLAN-Karten) zu nennen. Weitere Hersteller, die sich für Linux einsetzen, könnt ihr mir gern als Kommentar schreiben. Leider sind viele Hersteller noch sehr stur, was den Support angeht, von Logitech gibt es z.B. (http://linux.yes.nu/diNovo/?Page=cGFnZTE1) hier eine deutliche Stellungnahme.
  3. Die Paketverwaltung erleichtert einem die Suche nach Programmen, ihre Installation und Deinstallation sowie Aktualisierung und Konfiguration ungemein. Ist es in Windows nötig, erst nach Programmen zu suchen, sie herunterzuladen, den Installer auszuführen und nach der Deinstallation Reste zu behalten, erledigt die Paketverwaltung alle Schritte in einem Rutsch. Als Beispiel sucht man in der Paketverwaltung nach “cd ripper” und bekommt Software aufgelistet, die einem diese Aufgabe abnimmt.
    Im Folgenden eher “Kleinigkeiten”, die einem das Arbeiten allerdings erleichtern:
  4. Datum, Wochentag und Wetter neben der Uhrzeit.
  5. Dateien werden anhand des Inhalts und nicht anhand der Endung erkannt. Fotos, die keine oder die falsche Endung haben, werden trotzdem korrekt erkannt und mit dem passenden Programm geöffnet.
  6. Wenn man Screenshots mithilfe der Druck-Taste macht, muss man nicht erst ein Grafikprogramm öffnen, um das Bild zu speichern, sondern es öffnet sich unmittelbar ein Dialog, welcher einem den Screenshot in einem beliebigen Ordner speichern lässt.
  7. Wenn man Dateien umbenennt (F2), wird nicht der gesamte Dateiname markiert, sondern nur der Teil bis zur Endung.
  8. Zahlreiche Themes, die kinderleicht zu installieren sind (siehe gnome-look.org) und seiner Linux-Distribution ein individuelles Aussehen verleihen.
  9. Der mitgelieferte Editor (gedit) kann Syntax-Highlighting, d.h. der Inhalt wird in sämtlichen Programmier-, Skript- und Auszeichnungssprachen (C++, PHP, HTML, Diff, LaTeX u.v.m.) entsprechend hervorgehoben.
  10. Sofern man erstmal ein paar Konsolenbefehle drauf hat, ist es ein wesentlich effizienteres Arbeiten, wenn man sich nicht mehr durch unübersichtliche GUIs schlagen muss. Dies ist aber zugegebenermaßen Gewohnheitssache, aber in meinen Augen geht das Arbeiten in der Konsole wesentlich schneller.

Natürlich will ich an dieser Stelle auch die Nachteile nicht außer Acht lassen:
Da wäre zum einen bei vielen Komponenten und Peripherie-Geräten die mangelnde Hardware-Unterstützung, was allerdings auf die mangelnde Unterstützung seitens der Hersteller zurückzuführen ist. Sollte man wirklich auf Linux umsteigen wollen, sollte man sich beim Hardwarekauf schon über die Unterstützung erkundigen, bisher wurde ich immer fündig.
Windows-Software wie Photoshop, Flash etc. läuft logischerweise nicht auf Linux. Sollte sie auch mit wine nicht laufen, ist eine VM nötig, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Direct3D-Spiele, welche den Löwenanteil aller Computerspiele ausmachen, laufen mangels DirectX-API nicht auf Linux-Distributionen und OpenGL-Spiele sind leider Mangelware.

  1. 11. Juni 2008, 19:08 | #1

    Gerade nach dem Boot der Live-CD machte sich die Begeisterung groß 8)

    Sehr interessante Gründe, teilweise müsste man widersprechen oder noch weiter ausführen, aber kann dir da im Ganzen zustimmen, bin ja auch Linux-Anhänger ;)

  2. Malte
    12. Juni 2008, 00:59 | #2

    Dann fang mal an :)

  3. Stefan
    12. März 2009, 07:41 | #3

    Hallo

    also ich war erst sehr neugierig, und dann begeistert, als ich auf Linux umstieg. Aber dann fingen die Probleme an. Um es kurz zu machen, es gab immer, bei jeder Distri ein Problem, mal ging der Sound nicht, mal was anderes, und dann: die Performance ist nun wirklich nicht besser als wie auf Windows!

    Ich habe bei Xp einfach ein flüssiges intaktes und fertiges System, während mich das ewige Herumflickern bei Linux nervt. Linux stellt sich selbst ein Bein , mit den halbjährlichen Veröffentlichungszwang, immer wieder neue Trends und Entwicklungen, – und das Standbein ist noch nicht solide zwischenzeitlich. KDE4, KDE3, beides hat bei mir, einen PC mit 1.7 GHZ und 512 RAM doch merklich Performance Einbußen (KDE3) oder Crahsmeldungen (Programmierfehler) bei harnlosesten Anwendungen (Fenster schliessen). Gnome ist stabil aber fett und XFCE nicht schlanker und auch nicht besser in der Performance.

    4 % Verbreitung wundern mich jetzt nicht mehr.
    Linux ist was für Tüftler.
    Linux ist – pardon: LOW Budget. Und für viele nicht geeignet, die mehr Wert auf produktiven Einsatz legen und nicht ewig herum basteln müssen an Mounten oder Zugriffsberechtigungen.

    Ich installiere mir jetzt Debian XFCE, aber nutze 95% der Zeit XP.

    XP (Vista ist grottenschlecht) oder Linux: Beides hat Vorteile und Nachteile.
    Ich finde, es ist schon bedenklich, dass bei all den jahren nicht eine Distri es schaffte, die Probleme gelöst zu haben. Vielleicht ist also das Gerede um die mangelnde Basis von XP, eine Luftblase, weil Linux ebenso auf einem instabilen Grund gebaut ist.

    Sicher ist es bei Linux ein Vorteil, dass die Programme sich nicht ins System eingraben, aber das genügt mir nicht, es gibt andere Instabilitäten oder Inkonsistenzen.

    Ich verfolge weiter die Entwicklung von Linux, aber da muss sich noch viel tun.

  4. Malte
    12. März 2009, 16:16 | #4

    Das ist natuerlich eine Diskussion, die nie endet. Jeder macht seine Erfahrungen und urteilt drueber.

    Sicher gibt es hier und da leider etwas zu basteln, aber das ist in den letzten 2 Jahren erheblich weniger geworden.

    Wenn man ein Auge auf Linux-kompatible Hardware hat – und mittlerweile suche ich bei jedem Hardwarekauf im Internet, ob jemand damit in Linux Probleme hat – gibt es auch wenig Schwierigkeiten. Auf meinem Thinkpad habe ich mittlerweile ueberhaupt keine Schwierigkeiten mehr, ich kann nach der Installation alle Features problemlos nutzen und dann kommen die Vorteile erst richtig durch.
    Bei meinem Media Center PC gab es allerdings beim Infrarot-Empfaenger und beim Display Frickelei, aber das liegt an der schlechten Verbreitung des Gehaeuses, der Hersteller (Antec) wird sich einen Teufel tun und fuer die paar hundert Leute, die das Gehaeuse mit Linux nutzen, Treiber oder Specs herausgeben, das muss man halt in Kauf nehmen als Minderheit oder auf Features verzichten :P

  5. Michael
    27. April 2009, 14:29 | #5

    Hey,
    wer eine Linux-Distri mit sehr guter Hardwareerkennung sucht sollte sich mal Pardus anschauen. Eine Distri die in der Türkei ent-/weiterentwickelt wird, um in Schulen, Behörden, den Streitkräften und natürlich von den türkischen Bürgern eingesetzt zu werden.
    Pardus setzt zurzeit noch auf kde3, wird allerdings im Laufe der nächsten Monaten im rolling Release auf kde 4 umsteigen.
    Ein weiterer großer Vorteil, gerade für Linux-neulinge, mp3, DVD, Flash etc. laufen ohne weiteres Dazutun.

    Die deutschsprachige Anlaufstelle ist http://www.pardususer.de

  6. 9. Januar 2010, 02:14 | #6

    Canonical’s hardware validation:
    http://webapps.ubuntu.com/certification/

  7. Hugentobler
    2. April 2010, 04:31 | #7

    Also ich bin vor zwei Jahren auf Linux umgestiegen und seit Ubuntus 9.04 habe ich Windoofs gar nicht mehr angerührt. Zwar installiere ich weiterhin bei Neuaufsetzung des Betriebssystems zuerst Windoofs, und zwar einfach darum, weil Windoofs eben zu doof ist, sich neben Linux zu installieren (ok, mittlerweile gibt’s auch dafür Tools).

    Das Grösste an Linux finde ich, dass ich Compi starte, warte bis Desktop da und das unter Windows übliche Gemühle fehlt. Habe ich früher Windoofs aufgestartet, so mühlte der Computer noch minutenlang. Und dauern hat das Windoofs wieder irgend etwas im Hintergrund zu mühlen. Mit Linux mühlt es nur, wenn bspw. ein Programm gestartet wird.

    Stellt euch vor, nach einem Jahr Linux noch genau gleich lang bis Desktop da und immer noch ohne gemühle im Hintergrund – irgendwas wursteln, was der Benutzer nicht wissen sollte?

    Zugegeben, in die Bildbearbeitung Gimp war nicht gerade einfach einzusteigen. Doch das hat sich gelohnt. Heute kann ich sehr gut damit arbeiten und ist ich finde Gimp besser als jedes kostenlose Windoofs-Grafikprogramm. Soviel mache ich mit Grafik-Bearbeitung auch wieder nicht, als dass ich Adobe – wessen Geschäftsgebaren an Microsoft erinnert – auch nur eine Cent abdrücke. Wofür auch – mit Gimp geht es genau so.

    Mit Warzone 2010 konnte ich schon viele Stunden gamen. Super Spiel. Zwar gibt es unter Linux sehr viele Spiele, die ich Müll finde, doch es gibt auch ein paar sehr gute und erst noch kostenlos.

    Super finde ich auch, dass man mit Openoffice.org-Base auch alles machen kann, was man mit M$-Access machen kann (incl. Formulare, Reports, Programmierung).

    Mit der Entwicklungsumgebung Codeblocks mit wxSmith kann ich super C++ programmieren. Besser als M$ kostenloses Visual C++ Express (MFC ist nicht dabei, kostet ein paar hundert Euros).

    Die KDE-Oberfläche finde ich Müll, da könnte ich ja bei Windoofs bleiben. Aber GNOME und Nautilus (Datei-Explorer) finde ich echt super. Drückst du Ctrl+t und schon hast du einen weiteren Tab. Unter Windoofs braucht es schon wieder ein zusätzliches Fremd-Tool, das Windoofs wieder ein Stückchen langsamer macht.

    Außer mit ein paar WLAN-Sticks läuft die ganze Hardware tadellos. Glücklicherweise habe ich auch einen Printer von HP, der sehr gut mit Linux zusammenarbeitet. Weder mit Intel, Nvidia noch AMD-Grafikkarten habe ich Probleme, auch nicht bei 3D-Games.

    Einzig zum Videos schauen habe ich Totem deinstalliert und dafür VLC installiert. Scannen geht (HP). Flash-Plugins für Browser habe ich wohl kaum installiert, erstens weil ich Adobe nicht unterstützen möchte und auch auf Werbung verzichten kann. Einzig um Adobes PDF kommt man halt (leider) nicht mehr herum, aber dazu benutze ich sicherlich nicht Adobes Virenschleuder Acrobat Reader.

    Nun ist Windows 7 da. Sicher und schnell und bla und bla und bla… Das kenne ich schon seit über 15 Jahren von Migrosoft. Ich brauche Windows nicht mehr, weder 7 noch in zwei Jahren Windows 8 noch Windows 799. Das tägliche »nach Spyware suchen wollen«, dauernde Sicherheitsupdates mit mehreren MBs und das dauernde »bitte Windoofs neu starten« ist mir sehr auf den Sack gegangen. Für Windoofs 8 schon wieder einen neuen PC kaufen?

    Mit Linux kaufe ich eine PC ohne Betriebssystem. Mit Linux lade ich alle paar Wochen die Updates herunter, ohne den PC neu starten zu müssen und nach erscheinen des Desktops noch minutenlang gemühle und keine Reaktion zu ertragen. Mit Linux installiere ich Anwendungen mit zwei Klicks ohne sie erst stundenlang im Internet suchen zu müssen. Und sie sind erst noch sehr brauchbar und zwar kostenlos (dafür würde ich ja gerne etwas zahlen). Nein, nach der Gnu/Linux Installation brauche ich M$-Office-Demoversion und 100 andere Demoversionen nicht zu deinstallieren (was Tausende Einträge in der Windows Registry zurücklässt), ebenso wenig 100-te von unbrauchbaren Demo-Spielen zu deinstallieren (nein, ich will den Müll nicht kaufen).

    Sauber installieren sich die Installierten Linux-Programme in sauber strukturierte Kategorien im Menü (Büro, Entwicklung, Grafik, Internet…). Unter Windoofs musste ich dies bei jedem zusätzlich installierten Programm von Hand machen, und wieder von Hand löschen, wenn ich die Anwendung deinstalliert habe.

    Die Zeiten sind echt vorbei, in welchen noch fast alles in der Linux-Konsole konfiguriert werden musste. Doch gut, wenn man eine solche hat. In der Konsole kann man sozusagen alles konfigurieren, muss aber nicht.

    Es geht mir gar nicht um kostenlos oder nicht. Im Gegenteil, gutes soll auch etwas kosten. Doch wenn ich Gutes kostenlos bekomme, warum sollte ich ein schlechtes Betriebssystem kaufen, das nur Ärger bringt? Daten weg, Dialer, Viren etc. Da ist es nicht mehr lustig. Es geht mir mehr um die absolute Frechheit, die sich Microsoft in den letzten Jahren mit ihrem grossmauligen Marketing und einem unbrauchbaren Vista geleistet hat. Nur weil jeder Windoofs benutzt werde ich es aber erst recht nicht tun.

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